NSI FreibergForschungsschwerpunkteNaturschutz in BergbaulandschaftenNaturschutz im Braunkohlenbergbau
- Foto: André Günther
- Foto: André Günther
- Foto: André Günther
- Foto: André Günther
- Foto: André Günther
- Foto: André Günther
- Foto: André Günther

Naturschutz im Braunkohlenbergbau

Braunkohletagebaue stellen schwerwiegende Eingriffe in die Landschaft dar. Gleichzeitig erzeugen sie eine Vielzahl von bemerkenswerten Lebensräumen. Trockene Rohbodenstandorte mit hoher Dynamik, dünenartige Strukturen, fischfreie Weiher, Sümpfe und Temporärgewässer bieten Lebensräume für viele Arten, deren ursprüngliche Habitate in den natürlichen Flussauen längst vernichtet sind. Flussregenpfeifer, Steinschmätzer, Brachpieper, Zauneidechse, Kreuz-, Wechsel- und Knoblauchkröte und viele Insektenarten, wie Wiener Sandlaufkäfer und Sumpf-Heidelibelle, weisen in den Bergbaurevieren ihre wichtigsten Verbreitungszentren auf. Die jungen land- und forstwirtschaftlichen  Rekultivierungsflächen bieten beispielsweise Rebhuhn, Wiedehopf, Sperbergrasmücke, Grauammer und Ortolan geeignete Lebensräume.

Die Mitarbeiter des Naturschutzinstitutes untersuchen seit 1995 die Artenausstattung und den Verlauf der Besiedlungsprozesse in Bergbaufolgelandschaften. Gleichzeitig erarbeiten wir Konzepte für Artenschutzmaßnahmen und sind an deren Umsetzung beteiligt. Diese Arbeiten umfassen sowohl die Erfassung von Artvorkommen im Tagebauvorfeld, Umsiedlungsmaßnahmen, Erhaltungszuchten, als auch die Planung, Gestaltung und Pflege von Lebensräumen in der Bergbaufolgelandschaft. Einen Schwerpunkt bildet der Aufbau eines Netzes besonderer Lebensräume, das ein Überleben der gefährdeten Arten auch bei zunehmender Intensivierung der Landnutzung in den Tagebaufolgelandschaften sichern soll, z. B. durch Gewässer mit künstlichen Einzugsgebieten oder Trockenstandorte.

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • Heilmeier, H., Achtziger, R., Günther, A., Richert, E. & Wiche, O. (2016): Bergbaufolgelandschaften – ideale Standorte zur Anwendung von Prinzipien der Ökologie. Post-mining Landscapes – Paradigmatic Environments for Applying Principles of Ecology. – In: Groß, U. (Hrsg.) Glanzlichter der Forschung an der TU Bergakademie Freiberg 250 Jahre nach ihrer Gründung: 451-459  
  • Kästner, A., Achtziger, R., Günther, A. & Heilmeier, H. (2012): Naturschutzfachliche Bewertung des Renaturierungserfolgs in der Bergbaufolgelandschaft am Beispiel des Tagebaus Nochten (Lausitz). – mining+geo 2012/02: 318-323  
  • Günther, A., Reißmann, R. & Paulo, C. (2012): Gestaltung von Libellenlebensräumen im Rahmen des Braunkohlebergbaus. – 31. Jahrestagung Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO): 16  
  • Heilmeier, H., Achtziger, R., Günther, A. & Kästner, A. (2010): Indikatoren für die naturschutzfachliche Bewertung des Renaturierungserfolges im Bereich des Findlingsparkes Nochten. – In: Drebenstedt, C. (Hrsg.): Rekultivierung im Bergbau. – Freiberger Forschungshefte C 534: 24-37

Mitglied werden!
Werde aktiv für Mensch und Natur!

Hier geht's zu unserem Spenden-Shop.