NSI FreibergServiceMitteilungen des Naturschutzinstitutes FreibergHeft 4 / 2008
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Mitteilungen des Naturschutzinstitutes Freiberg

Heft 4 / 2008

88 Seiten

ISSN 1860-8396

Bezugsmöglichkeit über den Herausgeber, Schutzgebühr 3,00 Euro (zzgl. Versand)


Herausgeber:

AG Naturschutzinstitut Freiberg e. V.
Bernhard-Kellermann-Straße 20
09599 Freiberg

nsi-freiberg_at_naturschutzinstitut.de

Zusammenfassungen der Beiträge

Andreas Golde: Vorkommen und Vergesellschaftung des Schönen Hartheus (Hypericum pulchrum) im Zellwald bei Nossen

Hypericum pulchrum (Hypericaceae) kommt im mittleren Sachsen bereits außerhalb des geschlossenen Verbreitungsgebietes nahe der östlichen Arealgrenze vor. Die aktuelle Situation der Art im Zellwald bei Nossen sowie ihre Standortbindung und Vergesellschaftung werden vorgestellt und diskutiert. Alle aktuellen Nachweise befinden sich an Waldinnenrändern, während geschlossene Waldbestände gemieden werden. Dies deckt sich mit Beobachtungen aus anderen Regionen Mitteleuropas.  

Marko Olias und Andreas Golde: Zum Stand der Einwanderung des Dänischen Löffelkrautes (Cochlearia danica) in Sachsen und angrenzenden Teilen Brandenburgs und Thüringens

Cochlearia danica (Brassicaceae) wurde 2005 erstmals an Autobahnen in Sachsen festgestellt. Die Einwanderung erfolgte über die A 4 aus Thüringen, A 13 aus Brandenburg und vermutlich auch über die A 14 aus Sachsen-Anhalt. Aufgrund der Dichte und Größe der Bestände ist ein deutlich früherer Einwanderungszeitpunkt anzunehmen, so dass die Art in Sachsen mehrere Jahre unerkannt aufgetreten sein muss. Gezielte Beobachtungen aus den Jahren 2005 bis 2008 belegen, dass sich Cochlearia danica in dieser Zeit an bisher unbesiedelten Autobahnabschnitten und an mindestens einer Bundesstraße etablieren konnte. Im gleichen Zeitraum wurden jedoch auch große Bestände im westlichen Sachsen und östlichen Thüringen bei Bauarbeiten vernichtet. Aufgrund der Ausbreitungspotenz der Art ist in den kommenden Jahren dennoch mit einem anhaltenden Vordringen der Art an den größeren sächsischen Verkehrswegen zu rechnen.  

Andreas Golde und Marko Olias: Floristische Neufunde und Fundortbestätigungen im Freiberger Gebiet (4. Beitrag)

Der vierte Beitrag setzt die mit Golde (2005) begonnene Dokumentation von bemerkenswerten Neufunden ausgewählter Gefäßpflanzenarten sowie Bestätigungen bislang verschollen geglaubter Pflanzenfundorte im Freiberger Gebiet fort. Den Schwerpunkt bilden neue Nachweise zum Vorkommen gefährdeter oder sich in letzter Zeit ausbreitender Arten aber auch bislang offensichtlich übersehener Sippen unterschiedlichen taxonomischen Ranges.  

Robert Sieland, Kerstin Tautenhahn, Henriette John, Katrin Meißner und Roland Achtziger: Zeitliche Entwicklung des Strandlings (Littorella uniflora) und der Gewässertrübung in vier Bergwerksteichen südlich von Freiberg im Jahre 2006

An vier ausgewählten Bergwerksteichen südlich von Freiberg (Sachsen) wurden zwischen Ende Mai und Ende August 2006 die Entwicklung der Bestände des Strandlings (Littorella uniflora, Plantaginaceae) und gleichzeitig die Gewässertrübung dokumentiert und vergleichend analysiert. In Laborversuchen erfolgten ergänzende Tests zum Einfluss unterschiedlicher Trübung auf die Photosyntheseaktivität der Strandlingspflanzen. In Abhängigkeit von der Trübungsintensität der Gewässer wurden unterschiedlich große Strandlingsvorkommen registriert, außerdem nahm die Photosyntheseaktivität der Pflanzen mit zunehmender Trübung ab. Diese Ergebnisse lassen auf einen Zusammenhang zwischen der Gewässertrübung und dem Vorkommen, der Bestands­ent­wick­lung und Vitalität von Littorella uniflora schließen.  

André Günther: Erste Nachweise der Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) im Regierungsbezirk Chemnitz

Im Jahre 2008 konnte die Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) erstmalig für den Regierungsbezirk Chemnitz in den Landkreisen Freiberg und Zwickauer Land nachgewiesen werden. Es erfolgt eine Dokumentation der Primärnach­weise. Die Beobachtungen ergaben noch keine Hinweise auf eine erfolgreiche Reproduktion, repräsentieren jedoch vermutlich den Beginn einer Besiedlung der Region durch die gegenwärtig stark expansive Art.  

Hans-Jürgen Hardtke: Zur Verbreitung der montanen Rüsselkäfer-Arten Otiorhynchus morio und O. niger in Sachsen (Coleoptera: Curculionidae)

Im vorliegenden Artikel werden einige neue Erkenntnisse zu Vorkommen und Ökologie der Rüsselkäfer-Arten Otiorhynchus morio (Fabricius, 1781) und O. niger (Fabricius, 1775) mitgeteilt. Beide Arten weisen in Sachsen einen Verbreitungsschwerpunkt in den montanen Lagen auf, die bisherigen Nachweise werden in Verbreitungskarten dargestellt. Der Verfasser ist an Fundmeldungen, weiteren Beobachtungen zur Biologie und Ökologie der Arten sowie Sammlungsmaterial ständig interessiert.  

André Günther: Erste Nachweise der Kleinen Zangenlibelle (Onychogomphus f. forcipatus) an der Freiberger Mulde

Im Juni 2008 konnte die Kleine Zangenlibelle (Onychogomphus f. forcipatus) erstmalig an der Freiberger Mulde zwischen Gleisberg und Roßwein (Landkreis Mittelsachsen) nachgewiesen werden. Es handelt sich um Erstfunde dieser Art für das Flusssystem der Freiberger Mulde. Seit mindestens 60 Jahren gab es keine Belege der Kleinen Zangenlibelle von den Fließgewässern der sächsischen Mittelgebirge mehr. Die Beobachtungen an der Freiberger Mulde stellen die ersten Nachweise für eine möglicherweise erneute Besiedlung dieser Region dar.  

Klaus Hädecke: Das Vorkommen von Wasservögeln an den Freiberger Stadtteichen im Zeitraum zwischen 1970 und 2007

Im Zeitraum 1970 bis 2007 erfolgte eine regelmäßige Bestandserfassung der Wasservögel an fünf Teichen in der Stadt Freiberg. Die untersuchten Gewässer befinden sich in kleineren Parkanlagen innerhalb des bebauten Stadtgebietes. Als Brutvögel traten regelmäßig Stockente und Blässhuhn auf, in manchen Jahren Höckerschwan, Reiher- und Tafelente. Diese Arten zeigten fast ausnahmslos einen sehr geringen Bruterfolg. Blässhuhn, Stock-, Reiher- und Tafelente rasten und überwintern regelmäßig auf den Teichen. Weitere 20 Wasservogelarten wurden als unregelmäßig erscheinende Gäste registriert. Die Bedeutung der Stadtteiche als Überwinterungsgewässer der Stockente nahm bis Ende der 1990er Jahre kontinuierlich ab, seitdem deutet sich wieder eine leichte Erhöhung des Bestandes überwinternder Stockenten an.


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