NSI FreibergServiceMitteilungen des Naturschutzinstitutes FreibergHeft 9 / 2016
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Mitteilungen des Naturschutzinstitutes Freiberg

Heft 9 / 2016

94 Seiten

ISSN 1860-8396

Bezugsmöglichkeit über den Herausgeber, Schutzgebühr 5,00 Euro (zzgl. Versand)


Herausgeber:

AG Naturschutzinstitut Freiberg e. V.
Bernhard-Kellermann-Straße 20
09599 Freiberg

nsi-freiberg_at_naturschutzinstitut.de


Zusammenfassungen der Beiträge

Ulfert Saathoff: Bestandsentwicklung ausgewählter Amphibienarten im Freiberger Raum – eine Auswertung des Datenbestandes der Zentralen Artdatenbank Sachsens

Die Auswertung und Visualisierung zu Vorkommen von Amphibienarten wird in der Regel über TK-25-Rasterkarten realisiert. Diese Art der Darstellung ermöglicht die Abschätzung von Besiedlungsgebieten, erlaubt aber aufgrund der Rasterdarstellung kaum Rückschlüsse auf regionale oder lokale Bestandsentwicklungen. Im hier vorgelegten Artikel wurde für den Raum Freiberg – als exemplarisches Gebiet in Sachsen – eine neue Methode zur Datenauswertung erprobt. Auf Basis vorliegender Beobachtungsdaten in der „Zentralen Artdatenbank Sachsens“ wurde eine gewässerbezogene Auswertung von Amphibienbeständen durchgeführt.

Im Vergleich von Daten aus zwei Zeitscheiben (1989–2001, 2002–2014) konnten detailliert die Veränderungen von Beständen und Artvorkommen an den einzelnen Gewässern aufgeschlüsselt werden. Im Raum Freiberg zeigten sich hierbei für die meisten vorkommenden Amphibienarten negative Entwicklungen. Besonders betroffen waren Bergmolch (Ichthyosaura alpestris), Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) und Moorfrosch (Rana arvalis), nur für den Teichfrosch (Pelophylax „esculentus“) wurde eine positive Tendenz festgestellt. Die durchschnittliche Artenzahl der Gewässer hat sich zwischen den beiden Zeiträumen von 3,38 auf 2,11 Arten (– 38 %) verringert. Die Auswertung zeigte weiterhin, dass der Kartierung von Kleingewässern und der regelmäßigen Dokumentation der angetroffenen Amphibienarten eine zunehmend wichtige Rolle zukommt.

Marc Lehmann und Roland Achtziger: Zikaden (Auchenorrhyncha) auf unterschiedlichen Regenerationsstadien des Hochmoorkomplexes Stengelhaide bei Reitzenhain im Erzgebirge (Sachsen)
Planthoppers and leafhoppers (Auchenorrhyncha) on different regeneration stages of the peat bog complex Stengelhaide near Reitzenhain in the Ore Mountains (Saxony)

Bei der Untersuchung der Zikaden (Insecta, Hemiptera, Auchenorrhyncha) im ehemaligen Torfstichgebiet des Hochmoorkomplexes „Stengelhaide“ (Erzgebirge) wurden auf unterschiedlichen Regenerationsstadien und Biotoptypen insgesamt 3 881 Individuen aus 25 Arten festgestellt. Hervorzuheben sind die beiden moortypischen Arten Cosmotettix panzeri (Baltische Moorzirpe) und Kelisia vittipennis (Wollgras-Spornzikade), welche Wollgras (Eriophorum spp.) als Nährpflanze nutzen. Auf den unterschiedlich alten Regenerationsflächen bildeten sich je nach den spezifischen Standortverhältnissen unterschiedliche Vegetations- bzw. Biotoptypen heraus, in denen in Abhängigkeit des Nährpflanzenangebots diverse Zikadengilden und Artenzusammensetzungen nachgewiesen werden konnten. Der Einfluss der Regenerationsdauer auf die Vegetationszusammensetzung und somit auch auf die Zikadenfauna spielte eine untergeordnete Rolle, da die Sukzession wegen der kleinräumig sehr variierenden Standortbedingungen in unterschiedlicher Dynamik verlief.

During a study of leafhoppers and planthoppers (Insecta, Hemiptera, Auchenorryhncha) in a former peat-digging of the peat bog complex „Stengelhaide“ (Ore Mountains, Saxony, Germany) 3,881 individuals out of 25 species were determined on different regeneration states and habitat types. Remarkable are Cosmotettix panzeri and Kelisia vittipennis which are typical for bogs and use cotton grass (Eriophorum spp.) as food plant. Depending on the available plant species composition different hopper guilds could be found in the different habitat types. On the regeneration states differing in time since cessation of peat exploration and dependent on the specific environmental factors, different vegetation or habitat types emerged which are the basis for specific hopper guilds and species assemblages. It could be shown that the influence of the different age of the regeneration states on plant composition and hence the hopper communities was rather low, because the dynamics of succession differed on the sites due to the variable habitat factors.

Andreas Golde: Die Vorkommen der Breitblättrigen Glockenblume (Campanula latifolia) an der oberen Freiberger Mulde und ihre Entwicklung seit dem Jahre 2000

Campanula latifolia ist eine in Sachsen sehr zerstreut vorkommende Pflanzenart der gewässerbegleitenden Laubwälder und Uferstaudenfluren vor allem der unteren Lagen der Mittelgebirge. Im Talabschnitt der Freiberger Mulde zwischen Mulda und Muldenhütten besaß die Art dabei über eine Strecke von mehr als zehn Kilometern vor wenigen Jahrzehnten noch ein fast geschlossenes Verbreitungsgebiet. Die einzelnen Vorkommen wurden erstmals im Jahre 2000 punkt- und individuengenau erfasst. Wiederholungskartierungen in den Jahren 2005 und 2016 belegten einen starken Rückgang der Individuenzahlen um mehr als 90 % sowie den Verlust einer Vielzahl von Einzelfundorten. Die beobachteten Entwicklungen werden dokumentiert und Rückgangsursachen diskutiert.

Andreas Golde und Marko Olias: Floristische Neufunde und Fundortbestätigungen im Freiberger Gebiet (8. Beitrag)

Die achte Zusammenstellung von Neufunden und Fundortbestätigungen ausgewählter Gefäßpflanzenarten des Freiberger Gebietes orientiert sich an den vorhergehenden Berichten der Jahre 2005 bis 2015. Den Schwerpunkt bilden Neu- und Wiedernachweise von Vorkommen gefährdeter Arten sowie Neunachweise von sich in letzter Zeit ausbreitenden Arten. Darüber hinaus werden Funde von bislang offensichtlich übersehenen Sippen unterschiedlichen taxonomischen Ranges dokumentiert und gleichzeitig zu deren verstärkter Beachtung angeregt.


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