NSI FreibergForschungsschwerpunkteNaturschutz in BergbaulandschaftenSchwermetallfluren und Haldenvegetation

Schwermetallfluren und Haldenvegetation

Im Gefolge von 800 Jahren Erzbergbau und Erzaufbereitung sind im Freiberger Gebiet Sonderstandorte entstanden, die erhöhte Schwermetallkonzentrationen aufweisen. Diese bieten einer hochspezialisierten Flora und Vegetation Lebensraum. Besonders bemerkenswert sind dabei die Flechtenbestände mit der Rostroten Kleinsporflechte (Acarospora sinopica) auf den Berge- und Schlackenhalden. Diese wurden erstmalig 1932 als eigenständige Flechtengesellschaft (Acarosporetum sinopicae) beschrieben. Aber auch bei verschiedenen Höheren Pflanzenarten haben sich nach genetischen und morphologischen Merkmalen von der Normalsippe abweichende Populationen entwickelt. Dies betrifft unter anderem die Gewöhnliche Grasnelke (Armeria maritima agg.) und das Gebirgs-Täschelkraut (Noccaea caerulescens).

Schwermetallfluren sind europaweit geschützte Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie, in Sachsen kommen sie in nennenswertem Umfang nur im Freiberger Bergbaugebiet vor. Das Naturschutzinstitut Freiberg dokumentiert seit Jahren die Artenausstattung der regionalen Schwermetallfluren und koordiniert Pflegemaßnahmen.

Veröffentlichungen

  • Richert, E., Aufsfeld, P. & Olias, M. (2017): Biotoptypenausstattung der Spülhalde Davidschacht in Freiberg. – Freiberg Ecology online 2: 18–36
  • Golde, A. (2005): Zum historischen und aktuellen Vorkommen von Acarospora sinopica im Freiberger Bergbaugebiet. – Mitteilungen des Naturschutzinstitutes Freiberg 1: 3–8
  • Golde, A. (2001): Schwermetallfluren – ein in Sachsen bislang verkannter Lebensraumtyp. Überblick über Vorkommen und Ausbildungsformen im Freiberger Bergbaugebiet. – Berichte der Arbeitsgemeinschaft sächsischer Botaniker N. F. 18: 49–60

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