NSI FreibergForschungsschwerpunkteNaturschutz in BergbaulandschaftenVegetation in Bergwerksteichen

Vegetation in Bergwerksteichen

Zur Wasserversorgung der Gruben im Freiberger Bergbaugebiet wurde in den letzten Jahrhunderten ein verzweigtes System von Kunstteichen und Gräben angelegt. Da die Teiche nicht vorrangig zur Fischzucht dienten, stellten sich mesotrophe Bedingungen ein, die sich teilweise bis heute erhalten konnten. Dies und die im jahreszeitlichen Rhythmus schwankenden Wasserstände sind Grundlage für die Entwicklung einer artenreichen Teichbodenvegetation mit Zwergbinsen- und Strandlingsgesellschaften.

Die Zwergbinsengesellschaften sind sehr kurzlebig, innerhalb weniger Wochen gelangen deren Charakterarten von der Keimung bis zur Samenreife. Bekannte Vertreter sind der Schlammling (Limosella aquatica), die Ei-Sumpfsimse (Eleocharis ovata) und das Scheidenblütgras (Coleanthus subtilis). Im Gegensatz dazu überdauern die Arten der Strandlingsgesellschaften mit dem Strandling (Littorella uniflora) und der Nadel-Sumpfsimse (Eleocharis acicularis) in Flachwasserbereichen Zeiten der Überflutung und blühen nach Absenkung des Wasserstandes.

Strandlings- und Zwergbinsengesellschaften sind europaweit geschützte Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie. Seit den 1990er Jahren wird die Vegetationsentwicklung an den Bergbauteichen im Raum Freiberg von Mitarbeitern des Naturschutzinstitutes Freiberg regelmäßig kontrolliert und dokumentiert. In diesem Zeitraum konnten umfassende Erkenntnisse zu Entwicklungstendenzen, Artenausstattung und der Auswirkung der Gewässerbewirtschaftung gewonnen werden.

Das NSI Freiberg erstellte die Managementplanung für das FFH-Gebiet „Freiberger Bergwerksteiche“ und begleitete das DBU-Projekt „GehVege“ (Gebietshistorie und Vegetationsökologie als Basis für nachhaltigen Naturschutz) als Kooperationspartner.  

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • John, H., Claus, S., Wiche, O., Winkler, C., Achtziger, R., Richert, E. & Günther, A. (2011): Naturschutzfachliche Erfolgskontrolle einer Maßnahme zur Förderung der Lebensgemeinschaften auf trockengefallenen Teichböden im Bierwiesenteich bei Pfaffroda. – Mitteilungen des Naturschutzinstitutes Freiberg 6/7: 2-24
  • John, H., Achtziger, R., Günther, A., Richert, E., Kugler, J., Miekley, B. & Olias, M. (2010): Die Bergwerksteiche der Revierwasserlaufanstalt Freiberg als Lebensraum einer einzigartigen Teichbodenvegetation – Gebietshistorie und Vegetationsökologie als Basis für nachhaltigen Naturschutz. – Endbericht an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), http://www.dbu.de/OPAC/ab/DBU-Abschlussbericht-AZ-24796.pdf

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